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Die ultimative Jupphudelei

Die ultimative Jupphudelei
Der FC Bayern München setzt seine Serie unter Trainer Jupp Heynckes auch bei Borussia Dortmund fort. Beim 3:1 gegen den BVB werden alle zurückgewonnen Qualitäten sichtbar. In der Liga dürften die Bayern damit nur schwer zu stoppen sein, allerdings sehen alle Beteiligten auch noch Luft nach oben.

Jupp Heynckes ist kein Mann, der das Rampenlicht sucht. Er hat sich aber in seinen über 50 Jahren im Fussballgeschäft daran gewöhnt, im Fokus der Öffentlichkeit zu stehen. Übertriebenes Lob macht ihn aber nach wie vor verlegen, er gibt das dann immer an das gesamte Team weiter.

So auch am Samstagabend, als er im TV-Interview neben den Spielern auch die Ärzte und Physios in den Mittelpunkt stellte. Die Liste liesse sich noch um Busfahrer, Zeugwart, Ordner und sonstiges Personal erweitern. Heynckes mag sie alle.

In der WDR-Sendung "Zimmer frei" gab es zum Abschluss immer das Format der ultimativen Lobhudelei, in dem ein Freund des Studiogastes dessen positive Eigenschaften rühmte. Hätte man Uli Hoeness nach dem Sieg in Dortmund für diesen Redebeitrag gewinnen können, es wäre sicher auch eine monumentale Jupphudelei herausgekommen.

Der FC Bayern ist wieder stabil

Seit vier Wochen ist Heynckes erst wieder Trainer des FC Bayern und nach dieser doch recht kurzen Amtszeit lässt sich nur ein erstaunliches Fazit ziehen. In 27 Tagen hat der 72-Jährige an allen richtigen Stellschrauben gedreht.

Die Fakten sind eindeutig: Die Bayern haben in vier Ligaspielen elf Punkte auf Borussia Dortmund gutgemacht und führen die Tabelle jetzt mit vier Zählern Vorsprung auf RB Leipzig an. Im DFB-Pokal und in der Champions League hat der FC Bayern die nächste Runde erreicht. Gab es nach den Auftaktsiegen gegen Freiburg, Celtic und in Hamburg noch Zweifel, hat die Mannschaft auch alle Spitzenspiele und die schwere Auswärtspartie in Glasgow erfolgreich überstanden.

Der FC Bayern ist wieder stabil, der FC Bayern ist wieder gierig, der FC Bayern ist wieder das Mass der Dinge im deutschen Fussball.

Die ultimative Jupphudelei
Heynckes hat Teamgeist und Disziplin zurückgebracht

Wie hat Heynckes das gemacht? "Mit harter Arbeit", antwortet der Trainer auf diese Frage immer. Das klingt banal, ist aber die Grundlage von Heynckes' Wirken. Wenn er etwas mehr ins Detail geht, wird klarer, mit welchen Massnahmen er den Umschwung in München erwirkt hat.

Heynckes hat zuerst bei der Hierarchie innerhalb der Mannschaft angesetzt, er hat den deutschen Nationalspielern und den Spielern, die er noch aus der Triplesaison kannte, die Führung zurückgegeben und sie in die Pflicht genommen. Auch jetzt gibt es noch eine Grüppchenbildung, die gibt es in jeder Mannschaft, aber Heynckes ist es schnell gelungen, alle Spieler für ein gemeinsames Ziel zu begeistern.

Der Teamgeist und die Disziplin sind zurück. Statt spitzen Bemerkungen über eine Nichtberücksichtigung bei der Aufstellung oder Trikotwürfen nach einer Auswechslung marschieren die Bayern wieder geschlossen in eine Richtung. Der Torjubel der gesamten Bank in Dortmund und das normalisierte Miteinander von Arjen Robben und Robert Lewandowski stehen hierfür beispielhaft.

Strukturelle Fortschritte beim FC Bayern

Neben den atmosphärischen Änderungen, die Heynckes' Rückkehr hervorgerufen hat, hat der Trainer auch auf dem Platz klare Signale gesendet. Er ist zwar von seiner aus dem Triplejahr zementierten Grundordnung des 4-2-3-1 auf ein 4-3-3 abgewichen, aber er hat die defensive Stabilität wieder an erste Stelle gestellt. Das Schlagwort Balance, das auch beim Gegner Dortmund so viel diskutiert wird, gehört zu Heynckes Basiselementen.

Mit der Versetzung von Javi Martinez aus der Innenverteidigung ins Mittelfeld hat das Handeln ein Gesicht. Aber es gibt auch strukturelle Fortschritte bei den Bayern. Die Mannschaft arbeitet geschlossener, kompakter und zerfällt nicht mehr in die Einzelteile Offensive und Defensive. Das Gegenpressing und die Balleroberung funktionieren in Folge dessen besser. Und zu guter Letzt betonen die Bayern immer wieder, dass sie körperlich in einer besseren Verfassung seien.

Die ultimative Jupphudelei
Klingeln in den Ohren von Carlo Ancelotti

Heynckes ist ein Gentleman, er würde nie direkt schlecht über seinen Vorgänger Carlo Ancelotti reden. Aber all seine Aussagen über Hierarchie, Disziplin und Fitness müssen für Klingeln in den Ohren des Italieners sorgen, weil sie nur so interpretiert werden können, dass es der Mannschaft zuvor an einer klaren Struktur, einer taktischen Vorgabe und der nötigen körperlichen Grundlage gefehlt hat.

Auch jetzt bereitet der physische Zustand Heynckes noch Kopfzerbrechen. Es gibt viele Spieler mit muskulären Problemen, ausserdem sind mit Manuel Neuer, Thomas Müller und Franck Ribery noch zentrale Spieler länger verletzt - die Rotation funktioniert trotzdem. So wenige Verletzte wie in der Saison 2012/13 hatte der FC Bayern allerdings seitdem nicht mehr. Da will der Trainer wieder hin.

Er weiss, dass die aktuellen Lobeshymnen eine Momentaufnahme sind und im November für den Ausgang der Saison nicht entscheidend sein werden. Zumal die Bayern spielerisch auch noch ordentlich Luft nach oben haben. Aber nach vier Wochen Heynckes ist wieder Ruhe eingekehrt in München und es lässt sich festhalten, dass die zurückgewonnene Qualität für die Liga reichen sollte. Bis zu den grossen Spielen in Europa ist noch Zeit. Zeit, die Heynckes und sein Team nutzen werden: "Wenn wir die verletzten Spieler wieder an Bord haben, werden wir noch besser Fussball spielen."

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