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''...aber habe ich deshalb ein schwieriges Verhältnis zum Nationalteam?''
Gianluca Pizzoferrato
Von Gianluca Pizzoferrato
gianluca.pizzoferrato@sportal.email
 
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''...aber habe ich deshalb ein schwieriges Verhältnis zum Nationalteam?''
Für lange Zeit war Valentin Stocker sowohl beim Hertha BSC wie auch in der Schweizer Nationalmannschaft beinahe von der Fussball-Landkarte verschwunden. Zuletzt erlebte der 27-jährige Offensivspieler aber endlich wieder aufregende Wochen.

In der Bundesliga eroberte sich Stocker seinen Stammplatz zurück und brillierte unter anderem mit zwei Toren und zwei Vorlagen für die Alte Dame.  Anfangs Oktober wurde der Krienser deshalb nach langer Pause endlich wieder in die Nationalmannschaft berufen und schoss das Team von Vladimir Petkovic in der WM-Qualifikation als Joker zum wichtigen 3:2-Erfolg über Ungarn in Budapest.

Ein ständiges Auf und Ab und der goldene Herbst

Da Petkovic am Sonntag im WM-Quali-Spiel gegen die Färöer-Inseln auf die offensiven Leistungsträger Xherdan Shaqiri und Breel Embolo verzichten muss, stehen die Chancen für einen Startelf-Einsatz von Stocker sehr gut. In einem spannenden Interview mit der Neuen Zürcher Zeitung äusserte sich der Ex-FCB-Spieler unter anderem zum ewigen Auf und Ab in seiner Karriere und seinem Realismus. "Es hatte sich zuvor vieles angestaut und es kam innert Kürze viel Bestätigung, bei Hertha Berlin und im Nationalteam", fasste der 27-Jährige die nächste Karriere-Wende in den letzten Wochen und Monaten zusammen.

''...aber habe ich deshalb ein schwieriges Verhältnis zum Nationalteam?''
Im Frühling 2008 debütierte Stocker unter Christian Gross in der Super League und entwickelte sich in der Folge zum unverzichtbaren Leistungsträger. Nach 7 Jahren - mit sechs Meistertiteln und drei Pokalsiegen geschmückt - entschied sich der Zentralschweizer im Sommer 2014 dazu, seinen FCB in Richtung Hertha BSC Berlin zu verlassen. In der deutschen Hauptstadt startete der Offensivspieler mit viel Kredit in ein neues Abenteuer, verlor aber in der Folge immer wieder seinen Stammplatz - so wie auch zu Beginn der laufenden Spielzeit. Eine Erklärung hat Stocker dafür nicht: "Ich fiel von heute auf morgen komplett aus den ersten Elf. Und ich weiss eigentlich bis heute nicht warum", so der Flügelspieler.

"...sonst würde ich ja aufhören"

Auch in der Nationalmannschaft fand Stocker vorerst keine Beachtung mehr und verpasste sowohl die EM-Endrunde in Frankreich wie auch den sensationellen Quali-Auftakt gegen Portugal (2:0-Erfolg). Erst nach 11 Monaten schaffte es der Hertha-Söldner im letzten Oktober wieder ins Aufgebot von Petkovic. Trotzdem würde der Ex-FCBler nicht von einem schwierigen Verhältnis zum Nationalteam sprechen: "Klar war es manchmal nicht einfach - aber habe ich deshalb ein schwieriges Verhältnis zum Nationalmannschaft? Und wer hat es schon immer einfach?", erklärt Stocker in der Neuen Zürcher Zeitung.

Wäre ich morgen zum Rücktritt gezwungen, hätte ich nicht das Gefühl, etwas verpasst zu haben

Mittlerweile ist der 36-fache Schweizer Internationale sowohl bei der Nati wie auch in Berlin wieder gefragt, an den ganz grossen Durchbruch glaubt der 27-Jährige jedoch nicht mehr. "Wenn ich noch die Champions League hätte gewinnen wollen, so ist dieser Zug nun wohl abgefahren, weil ich nicht voll eingeschlagen habe. Ich werde nicht mehr für 40 Millionen Franken irgendwohin wechseln", meint ein ehrlicher Stocker.

Ist der sechsfache Schweizer Meister also an seinem Leistungslimit angekommen? "Nein, ich habe nicht das Gefühl, dass ich keine Fortschritte mehr machen kann, sonst würde ich aufhören. Aber es gibt ein paar Sachen, die ich realistisch sehe", sagt der Offensivspieler und scheint mit seinem Werdegang absolut zufrieden zu sein: "Ich bin glücklich darüber, was bisher gewesen ist. Wäre ich morgen zum Rücktritt gezwungen, hätte ich nicht das Gefühl, etwas verpasst zu haben."

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